Kampfmittel­sondierung

Nahaufnahme einer alten, rostigen Fliegerbombe, die auf einer Wiese liegt. Die Bombe zeigt deutliche Gebrauchsspuren und wird vermutlich für eine kontrollierte Entschärfung vorbereitet.

Kampfmittelsondierung – Sicherheit beginnt im Boden

Kampfmittel im Erdreich sind ein reales Risiko – noch Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Wer heute baut, muss nicht nur architektonisch planen, sondern auch sicherstellen, dass der Untergrund frei von Altlasten ist. Eine fachgerechte Kampfmittelsondierung schützt Menschen, Bauzeitpläne und Investitionen.

Was ist eine Kampfmittelsondierung genau?

Eine Kampfmittelsondierung dient der technischen Untersuchung des Baugrunds auf mögliche Überreste explosiver Kampfmittel.

Sie folgt in der Regel auf eine historische Bewertung (Phase A) und stellt die sogenannte Phase B der Kampfmittelräumung nach den Baufachlichen Richtlinien Kampfmittelräumung (BFR KMR) dar.

Ziel ist es, durch geophysikalische Verfahren mögliche Verdachtspunkte zu identifizieren, ohne dabei in den Boden einzugreifen.

Oft wird die Kampfmittelsondierung mit der eigentlichen Bergung verwechselt – diese bildet jedoch die Phase C und ist mit aufwendigeren Maßnahmen verbunden.

Die Sondierung ist insbesondere für Bauvorhaben relevant, die sich auf Flächen mit belasteter Vergangenheit befinden – sei es durch frühere militärische Nutzung, Bombardierungen oder industrielle Tätigkeit.

Warum sie heute so wichtig ist

Die Kampfmittelsondierung ist längst kein Spezialfall mehr – sie gehört heute vielerorts zur Standardprüfung vor Baubeginn.
Auch mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg lagern noch immer Blindgänger, Munitionsreste und metallische Altlasten im Boden – oft unbemerkt und genau dort, wo heute gebaut wird.

Besonders in wachsenden Städten trifft die hohe Nachfrage nach Bauflächen auf historisch belastete Gebiete wie ehemalige Kasernen, Bahnareale oder Industrieflächen. Ohne eine frühzeitige Kampfmittelsondierung können erhebliche Risiken für Menschen, Zeitpläne und Investitionen entstehen. Eine fachgerechte Untersuchung ist daher unerlässlich, um Sicherheit zu gewährleisten und Verzögerungen oder unerwartete Kosten zu vermeiden.

Kampfmittelsondierung: Pflicht oder freiwillig?

Ob eine Kampfmittelsondierung Pflicht ist, hängt vom Standort, der Historie und der geplanten Maßnahme ab. In vielen Bundesländern ist sie Voraussetzung für die Erteilung der Baugenehmigung. Grundsätzlich liegt die Verantwortung beim Grundstückseigentümer oder Bauherrn.

Auch Planer und Architekten sind gut beraten, eine potenzielle Belastung frühzeitig zu prüfen – nicht zuletzt zur Absicherung gegenüber Behörden und Versicherungen.

Wann ist eine Kampfmittelsondierung erforderlich?

Eine Kampfmittelsondierung ist immer dann erforderlich, wenn Hinweise auf eine frühere Belastung vorliegen. Dies kann durch Luftbildauswertungen, Altstandortkataster oder Lage im ehemaligen Bombenzielgebiet der Fall sein.

Die Pflicht zur Prüfung entsteht häufig bereits beim Grundstückskauf oder bei öffentlichen Ausschreibungen.

Relevante Kriterien sind Lage, historische Nutzung und geplante Eingriffe in den Boden. Die zuständigen Behörden, in der Regel die Kampfmittelräumdienste der Länder, legen hierzu verbindliche Richtlinien fest.

Verfahren der Kampfmittelsondierung: Wie ist der Ablauf?

Zunächst erfolgt eine historische Auswertung, meist durch Analyse von Luftbildern, historischer Literatur und diverser ziviler und militärischer Archivalien. Wird ein Verdacht bestätigt, beginnt die technische Erkundung.

Zum Einsatz kommen verschiedene Verfahren:

Oberflächensondierung bei flächiger Erkundung ohne Eingriff ins Erdreich
Tiefensondierung mittels Bohrungen bei geplanten Tiefbauarbeiten

Je nach spezifischer Projektanforderung kommen Geomagnetik, Georadar oder elektromagnetische Verfahren zum Einsatz. Am Ende steht eine umfassende Dokumentation, die die Basis für eine behördliche Freigabe bildet.

Die Baubegleitende Kampfmittelsondierung

In vielen Fällen ist eine baubegleitende Durchführung sinnvoll – insbesondere dann, wenn Zeitpläne straff sind oder Bauarbeiten bereits begonnen haben. Unsere Experten integrieren die Sondierungsmaßnahmen flexibel in den Bauablauf, ohne den Fortschritt unnötig zu verzögern.

Dabei erfolgt die Abstimmung eng mit der Bauleitung, dem Sicherheitskoordinator und allen beteiligten Gewerken. Ob Leitungsbau, Erdarbeiten oder Tiefgründungen: Wir sorgen dafür, dass die Kampfmittelsondierung sicher, normgerecht und effizient parallel zum Baugeschehen durchgeführt wird – mit minimalen Eingriffen und maximaler Transparenz für alle Beteiligten.

EXPLOSERV – Ihr Partner für Kampfmittelsondierung

Jahrzehntelange Erfahrung, vereint in einem Team. Unser nach § 20 Sprengstoffgesetz zertifiziertes Fachpersonal bringt nicht nur Fachwissen, sondern
auch eine langjährige Verbundenheit mit dem Unternehmen mit.

Zusammengenommen blicken wir auf viele Jahrzehnte praktischer Erfahrung in der Kampfmittelvorerkundung und -räumung zurück – eine wertvolle Grundlage für die Qualität und Verlässlichkeit unserer Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Die Kosten einer Kampfmittelsondierung werden durch Faktoren wie
Flächengröße, Untersuchungsmethode, erforderliche Tiefenreichweite und
Standortbedingungen bestimmt. Während kleinere Projekte oft mit Kosten im
vierstelligen Bereich kalkuliert werden können, steigen die Aufwendungen für
umfassende Tiefensondierungen je nach Komplexität deutlich an. Wir erstellen Ihnen
ein passgenaues Angebot.

Je nach Fläche und Verfahren variiert die Dauer stark – von einem Tag bis zu
mehreren Wochen. Wichtige Faktoren sind Zugänglichkeit, Vegetation, und
Bodenbeschaffenheit.

Grundsätzlich ist mit einer Vorlaufzeit von etwa zwei Wochen zu rechnen –
insbesondere aufgrund der erforderlichen Anmeldung der Räumstelle.

In solchen Fällen wird die zuständige Behörde benachrichtigt. Abhängig von Art
und Lage des Fundes erfolgt anschließend eine kontrollierte Bergung, die in der
Regel durch den staatlichen Kampfmittelräumdienst durchgeführt wird.

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