Kampfmittelräumung für Solarpark in Rheinland-Pfalz
Kampfmittelsondierung für Solarpark im Bereich des ehemaligen Westwalls
Kampfmittel stellen auch Jahrzehnte nach Kriegsende eine reale Gefahr dar – insbesondere in historisch belasteten Regionen wie dem Westwall in Südwestdeutschland. In einem kürzlich abgeschlossenen Projekt konnten wir dort ein weitläufiges Areal systematisch untersuchen und erfolgreich von Kampfmittelverdacht befreien.
Unsere Arbeit begann mit einer gründlichen Auswertung historischer Luftbilder und Archivunterlagen, um potenzielle Belastungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu lokalisieren. Im Anschluss setzten wir modernste geophysikalische Verfahren wie Geomagnetik und Georadar ein, um verdächtige Strukturen im Untergrund zuverlässig zu erfassen – auch in schwer zugänglichem Gelände.
Dabei identifizierte unser Team 1400 kampfmittelrelevante Störpunkte, die fachgerecht freigelegt, geprüft und dokumentiert wurden. In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden konnten alle Funde sicher bewertet und das Gelände abschließend freigegeben werden.
Das Projekt am Westwall zeigt eindrücklich, wie wichtig eine strukturierte und professionelle Kampfmittelräumung ist – nicht nur zur Gefahrenabwehr, sondern auch für die sichere Nutzung ehemals belasteter Flächen in sensiblen Regionen zum Ausbau erneuerbarer Energien und Optimierung von Infrastruktur.
Das Projekt auf einen Blick
- Projektart: Kampfmittelsondierung und Kampfmittelräumung
- Sondiertechnik: Geomagnetik und Mehrkanalsystem (Handsonde und gezogene Sonde)
- Gebiet: Westwall bei Zweibrücken
- Einsatzpersonal: 6 Mitarbeiter
- Zeitraum: 2024 & 2025
- Umfang: 107.000 m² landwirtschaftliche Fläche
- 1.400 kampfmittelrelevante Störpunkte detektiert
- Spätere Nutzung: Kabeltrasse für erneuerbare Energien und Solarpark
Hintergrundinformationen zum Projekt
Im Rahmen eines großflächigen Sondierungsprojekts führen wir seit mehreren Monaten umfassende technische Kampfmitteluntersuchungen auf mehreren Feldern nahe der französischen Grenze durch.
Der Einsatzort befindet sich im Bereich des ehemaligen Westwalls, einer militärhistorisch relevanten Befestigungslinie aus dem Zweiten Weltkrieg. Besonders in den letzten Kriegsmonaten war die Region intensivem Artilleriebeschuss und Luftangriffen ausgesetzt. Zwar sind oberirdisch heute kaum noch Spuren sichtbar, jedoch konnten mittels historischer Luftbildauswertung bereits vor Beginn der Arbeiten zahlreiche Bombentrichter und Blindgängerverdachtspunkte identifiziert werden.
Vorgehensweise und Methodik
Die Sondierung erfolgt systematisch in mehreren Phasen.
Zunächst werden die Flächen mit geomagnetischen Verfahren untersucht. Auffälligkeiten in der Auswertung, sogenannte kampfmittelrelevante Verdachtskörper, werden kartiert und anschließend zielgerichtet freigelegt. Dazu wird das Erdreich abschnittsweise mit dem Bagger abgetragen, während unser fachtechnisches Personal parallel mit der Handsonde nach der Ursache der Störung sucht.
Projektdimension und Funde der Kampfmittelsondierung
Im Verlauf des Projekts wurden 1.400 kampfmittelrelevante Störpunkte detektiert und untersucht. Ein Teil der Funde bestand aus ungefährlichen metallischen Objekten, unter anderem Schrott, Trümmerteile und alte Fahrzeugfragmente. In sehr vielen Fällen konnten jedoch auch verschossene Kampfmittel wie z. B. Leucht- oder Flugblattgranate und Bomben- und Granatsplitter gesichert werden.
Alle Funde wurden gemäß den geltenden Sicherheitsstandards freigelegt, dokumentiert und an den zuständigen Kampfmittelräumdienst übergeben, der die weitere Behandlung oder Vernichtung übernommen hat.
Zielstellung der Kampfmittelräumung in Rheinland-Pfalz
Mit Abschluss der Maßnahmen wird dem Auftraggeber ein vollständig sondierter und kampfmittelfreier Bereich übergeben.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie technische Präzision, methodisches Vorgehen, historisches Hintergrundwissen und einsatzerfahrenes Personal zusammenwirken, um komplexe Flächen zuverlässig für Bauvorhaben nutzbar zu machen.
Kampfmittelräumung: Richtlinien beachten
Die Durchführung der Kampfmittelbeseitigung unterliegt in Deutschland
verschiedenen technischen und rechtlichen Richtlinien – darunter die BFR-KMR
(bundeseinheitliche Regelungen), länderspezifische Vorgaben sowie DGUV-
Vorschriften. Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Anforderungen an
Sondiertiefen, Bohrabstand und Dokumentation.]
Kampfmittelräumung: Richtlinien beachten
Die Durchführung der Kampfmittelbeseitigung unterliegt in Deutschland verschiedenen technischen und rechtlichen Richtlinien – darunter die BFR-KMR
(bundeseinheitliche Regelungen), länderspezifische Vorgaben sowie DGUV-
Vorschriften. Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Anforderungen an Sondiertiefen, Bohrabstand und Dokumentation.]
